
Auf dem Boden diskutiert niemand über Theorien. Es geht darum, den Produktionsprozess am Laufen zu halten, sicherzustellen, dass die Tinte richtig haftet, und nicht alles neu bearbeiten zu müssen. Kurzwelliges UV-Licht oder LED-Licht zur Aushärtung von Textilien? Die Entscheidung hängt von der spektralen Ausrichtung, der Energiedichte sowie davon ab, was die jeweilige Anlage tatsächlich leisten kann.
Was wirklich wichtig ist: Kurzwelliges UV-Licht – meist 365 nm lang, stammt aus Hochdruckquecksilberdampflampen – dringt tief in dicke Tinteschichten ein und aushärtet die Schicht von unten nach oben. Man sollte sich nicht auf die Leistung in Watt konzentrieren; entscheidend ist vielmehr die maximale Strahlungsintensität am Substrat. Reflektoren mit dichroischen Beschichtungen steuern das Spektrum und verhindern, dass Wärme auf dem Stoff entsteht.
LED-UV-Licht liefert ein schmales Spektrum – 365 nm, 385 nm oder 405 nm – mit konstanter Strahlungsintensität. Es lässt sich schnell ein- und ausschalten, die Dosis kann präzise gesteuert werden. Die Aushärtung kann anhand der Energiedichte in mJ/cm² an der Oberfläche sowie am unteren Ende der Tinteschicht gemessen werden. Für eine vollständige Vernetzung ist eine ausreichende Dosis an der tiefsten Stelle erforderlich – nicht nur eine Oberfläche ohne Klebstoffe.
Warum ist das so? Bei dicken Plastisol- sowie Spezialtinten hilft kurzwelliges UV-Licht dabei, den gesamten Prozess abzuschließen – dadurch werden Probleme nach der Aushärtung vermieden. LED-UV-Licht eignet sich hervorragend für dünne, pigmentierte Tinten sowie bei schnellen Produktionsprozessen, bei denen eine sofortige Aushärtung notwendig ist.
LED-Licht bietet außerdem kürzere Zykluszeiten, eine geringere Spitzenleistung sowie eine längere Lebensdauer – oft mehr als 10.000 Stunden bei kontrollierter Abnahme der Leistung. Kurzwelliges UV-Licht hat zwar eine bessere Durchdringungskraft, erfordert aber mehr Energie und häufigere Lampenaustausche.
Wichtige Details: LED-Systeme benötigen eine gute Wärmebewirtschaftung. Die Temperatur des Substrats muss kontrolliert werden, sonst können dünne Stoffe beschädigt werden. Quecksilberlampensysteme sollten ozonfrei sein und über eine ordnungsgemäße Entlüftung verfügen.
Im Jahr 2026 werden die Vorschriften bezüglich der Entsorgung von Quecksilberlampen strenger. LED-Lampen enthalten kein Quecksilber – dadurch wird die Einhaltung der Vorschriften einfacher. Dennoch sollten lokale Anforderungen bezüglich der Recyclung und der Dokumentation am Ende der Nutzungsdauer beachtet werden.
Passen Sie die Wellenlänge an die chemische Zusammensetzung der Tinte an, überprüfen Sie die Dosis mit einem Radiometer und wählen Sie eine Quelle, die zu Ihrer Tintenzusammensetzung, der Produktionsgeschwindigkeit sowie den Anforderungen an die Einhaltung der Vorschriften passt.